Prof. Dr. Bodo C. Melnik

Lehrbeauftragter der Universität Osnabrück
Fachbereich Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie Universität Osnabrück

Studium der Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Von 1982-1984 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Cardivascular Reserach Institute, Universität von Kalifornien, San Francisco. Von 1984-1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universitäts-Hautklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 1989 Lehrbefugnis für das Fachgebiet Dermatologie und Venerologie sowie Felix-Hoppe-Seyler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin. Seit 1991 Lehrbeauftragter des Fachbereichs Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück. Seit 1994 außerplanmäßiger Professor der Universität Osnabrück. Mitglied der European Society for Dermatological Research. Sektionseditor des Journal of Translational Medicine; Forschungsschwerpunkte: Signaltransduktion der Milch, microRNA-Signale der Milch, Epigenetik der Milch, nutrigenomische Regulation bei Akne und Rosazea.


Die Software der Milch bei Gesundheit und Krankheit

Dieser Vortrag präsentiert Milch als ein epigenetisches Doping-System der Säugetiere, das ausgeprägte Wirkungen auf Gesundheit und Krankheit hat. Milch arbeitet in Analogie zu einer Virusinfektion und überträgt eine Gen-regulatorische Software bestehend aus kleinen Ribonukleinsäuren (microRNS) zum Milchkonsumenten. Über 60% der Gene des Menschen werden durch microRNS gesteuert, was die enorme Bedeutung der microRNS der Milch in der Genregulation verdeutlicht. Die microRNS der Milch stellt ein hochkonserviertes archaisches Signalsystem der Säugetiere dar, welches die hochgradige Sequenzhomologie der microRNS von Muttermilch und Kuhmilch erklärt. So ist die Sequenz der microRNS-148a, die dominante microRNS der Milch, in Muttermilch und Kuhmilch vollkommen identisch. MicroRNS-148a hemmt die Expression der DNA-Methyltransferase 1 (DNMT1) und erhöht dadurch die Expression von Entwicklungsgenen wie Insulin, Insulin-artigem Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) und Fettmasse und Übergewicht-assoziiertem Protein (FTO). Dieses epigenetische Doping fördert Wachstum und Fettgewebsbildung. Das MIR148A-Gen, das die microRNS-148a kodiert, ist mit Übergewicht beim Menschen assoziiert und steigert die Milchsynthese und damit die Milchausbeute bei der Milchkuh. Die microRNS-148a der Kuhmilch kontaminiert die Nahrungskette des Menschen, da sie Pasteurisierung und gekühlte Lagerung übersteht. Zudem wird diese microRNS bei Hochleistungsmilchkühen im Übermaß gebildet. Ein anhaltendes epigenetisches Doping durch ständigen Konsum pasteurisierter Milch ist sehr bedenklich, da dies die Entwicklung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen und Krebs in Verbindung steht. Daher sollte biologisch aktive microRNS der Milch aus der Nahrungskette des Menschen eliminiert werden.

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