Prof. Dr. med. Anja Kroke, MPH

Professorin für Präventionstrategien in der Ernährung
Hochschule Fulda

Vita

  • Studium der Medizin an der Medizinische Hochschule Hannover und Freie Universität Berlin
  • Approbation als Ärztin
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesgesundheitsamt
  • Promotion an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Epidemiologie
  • Studium (Master) „Public Health“ an der University of North Carolina at Chapel Hill, USA
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung
  • Lehrbeauftragte an der Universität Potsdam und an der Charité Berlin
  • Habilitation im Fach Epidemiologie an der Charité Berlin
  • Stellvertretende Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund
  • Professorin an der Hochschule Fulda seit Oktober 2006

Lieber Gott, mach, dass die Vitamine vom Brokkoli in die Bratwurst kommen!

Ansätze, Erfolge und Misserfolge der Promotion pflanzlicher Lebensmittel und pflanzenbasierter Ernährungsweisen

Ein hoher Verzehr an Gemüse und Obst wird als zentrale Ernährungsempfehlung zur Prävention und Gesundheitsförderung seit langem propagiert. Gemessen an den vorherrschenden Mengenempfehlungen zum Verzehr dieser Lebensmittel besteht in den sich überwiegend omnivor ernährenden Gesellschaften der Industrie- und Schwellenländer ein erhebliches Defizit. Die Propagierung von Gemüse und Obst und damit einhergehend deren immer wieder in diesem Kontext hervorgehobene Vitamingehalt hat zu verschiedenen „Reaktionen“ geführt. So ist der im Titel aufgeführte „fromme“ Gebetswunsch teilweise durch Vitaminanreicherung nicht pflanzlicher Lebensmittel Realität geworden. Auch die Supplementhersteller haben Aufwind durch diese Empfehlungen erhalten. Doch bleibt die Frage, wie es hinsichtlich der Verzehrgewohnheiten aussieht. Neben verbal vermittelten Hinweisen, wie sie beispielsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in den 10 Regeln der DGE transportiert werden, wurden daher in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Versuche unternommen, mittels verhaltensinterventionellen und Verhältnispräventions-ansätzen, eine Steigerung des Gemüse- und Obstverzehrs zu erreichen. Die zur Anwendung gebrachten Methoden beinhalten Bildungsmaßnahmen, Preismodifikationen, (kostenlose) Bereitstellung, Nudgingansätzen, Multikomponenteninterventionen und vieles mehr. Diese wurden in verschiedenen Settings (z.B. Kindergarten, Schule, Hochschule, Arbeitsplatz) eingesetzt. Neben Befunden zu Effekten einzelner Interventionsprogramme, wie z.B. der 5-am-Tag-Kampagne oder dem Schulobstprogramm liegen mittlerweile zahlreiche Übersichtarbeiten, systematische Reviews und Meta-Analysen vor, die die Effektivität solcher Maßnahmen untersucht haben. Der Vortrag stellt ausgewählte Ergebnisse dieser Analysen vor, zeigt Erfolge und Misserfolge auf verweist auf Stärken und Schwächen der jeweiligen Interventionsansätze. Schließlich wird noch ein kurzer Blick auf politisch motivierte Ansätze geworfen, wie sie beispielsweise von der Partei Die Grünen in die deutsche Öffentlichkeit gebracht wurden, als es um den Vorschlag eines „Veggie-Days“ ging.

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